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| Warum ist
dieses Wissen wichtig? |
Wir beschäftigen uns hier mit einigen Problemen, die
bei der Totalsequenzierung von Genomen zu lösen sind.
Häufig werden Sequenzierprojekte unter Verwendung der shotgut-Strategie durchgeführt. Sie berechnen hier überschlägig, wie
viele Sequenzierläufe (und damit welche Kosten) für ein Projekt
anfallen.
Ein häufig auftretendes Problem, speziell bei Anwendung der shotgun-Strategie,
sind repetitive Elemente die den Assemblern, d. h. den Algorithmen die
Teilsequenzen zusammenfügen müssen, große Schwierigkeiten machen.
Hier lernen Sie ein derartiges Element kennen.
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| Bezug |
Diese Übungen ergänzen das Kapitel 22 "Entschlüsselung von
Genomen". |
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Lernziel |
Nach dem Bearbeiten der Übung
sollten Sie
- die Anzahl von Sequenzierläufen für ein
Projekt in shotgun-Strategie
abschätzen,
- repetitive Elemente charakterisieren,
- erste Verfahren für den Genomvergleich ausführen
können.
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| Übung |
Genomics_1 |
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Verwenden Sie für Ihre Antwort
den
folgenden Text. |
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Nehmen Sie an, Sie wollen ein kleines
bakterielles Genom der Größe 2 x 106
Basenpaaren per shotgun-Strategie sequenzieren.
Schätzen Sie die Anzahl der Sequenzierläufe ab, die Sie
ausführen müssen, wenn Sie höchstens 200 Contigs (!)
abliefern dürfen, und die
Sequenzierautomaten eine mittlere Leselänge von 500
Basen haben. Nehmen Sie an, dass der fürs Assemblieren
notwendige Überlapp theta gegen 0 geht. |
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| Wie ändert sich die Anzahl zu
sequenzierender Fragmente, wenn die mittlere Leselänge 1000
Basen beträgt?
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Bestimmen Sie die selben Werte für das Genom der
Fruchtfliege Drosophila (180 x 106 Basenpaare) und für das
des Menschen ( 3 x 109 Basenpaare).
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| Übung |
Genomics_2 |
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Dotplot der unten
angegebenen,
repetitiven Sequenz.
Identische Basen ai
, bj
sind durch schwarze Punkte an Position (i,
j) markiert. |
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ggcggatgcggcgtaaacgccttatccgccctacatgtgcaatcctcctg
gccggataaaacgcggcaagcgttgcatccggcaactgcaccgcgccact
ggcggatgcggcgtgaacgccttatccgccctacatgtgtgttcccgtag
gtcggataagacgcgacaagcgtcgcatccggcatctgcaccgcgccact
ggcggatgcggcgtggacgccttatccgccctacatgtgcaattccgtaa
cctggataaaacgcgacaagcgtcgcatccggc |
Repetitive
Sequenz aus E. coli
K-12.
Teilsequenzen, die untereinander einen
hohen Anteil an Übereinstimmung
aufweisen sind, farbig markiert. |
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Werten Sie obigen Dotplot aus: |
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| Auswertung |
| Können Sie die Lage der in der Sequenz farbig
markierten repetitiven Elemente bestätigen?
Weshalb kommen an mehreren Stellen im Dotplot
kreuzförmige Muster vor?
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| Übung |
Genomics_3 |
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Nehmen Sie an, sie sollen zwei nahe verwandte Genome auf
Gen-Niveau miteinander vergleichen. Sie interessiert die Frage, in
wieweit das globale Arrangement der Gene in beiden Genomen ähnlich
ist. |
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| Skizzieren Sie einen Algorithmus, mit dem Sie
die Fragestellung bearbeiten können.
Wie identifizieren Sie die Gene, die in beiden Genomen
vorkommen?
Wie stellen Sie die Genpools grafisch dar? Erwägen sie
hierfür auch den simplen Dotplot.
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| Übung |
Genomics_4 |
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Ein Tool mit erstaunlichem Funktionsumfang ist Artemis,
das am Sanger Institute
für die Annotation von Genomen entwickelt
wurde. |
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| Installieren Sie das Programm auf Ihrem
Rechner und annotieren Sie damit ein kleines Genom. |
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Sie können beispielsweise vom NCBI
eine Virus- oder Plasmidsequenz laden und annotieren und anschließend
Ihre Ergebnisse mit der veröffentlichten Annotation
vergleichen. |
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Was Sie jetzt verstanden haben sollten |
Das Ziel von Genomsequenzierprojekten ist
die Entschlüsselung des kompletten Chromosomensatzes einer Spezies.
Mithilfe der shotgun-Strategie ist es relativ einfach, einen
großen Teil eines Genomes abzudecken. Schwierig und arbeitsaufwendig ist
das Schließen von Lücken, die z. B. durch repetitive Elemente verursacht
werden. Hierfür werden häufig alternative Sequenzierstrategien
verwendet. Ist eine Menge von Contigs erstellt, kann mit den
eingeführten bioinformatischen Methoden daran gegangen werden,
informationstragende Teile zu identifizieren und zu annotieren. Hierfür
sind semiautomatische Werkzeuge entwickelt, wie z. B. Artemis. |
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