Warum ist dieses Wissen wichtig? Homologiemodellierung beruht auf der Idee, aus homologen Strukturen auf die Struktur der Query zu schließen. Hierfür werden verschiedensten Ansätze verwendet. Mit dieser Übung lernen Sie einige der öffentlich zugänglichen Server kennen.
Bezug Diese Übungen ergänzen das Kapitel 20 "Homologiemodellierung von Vorhersage der Protein-3D-Struktur".  
 

Lernziel

Nach dem Bearbeiten der Übung sollten Sie 

  • Server zur Vorhersage von Proteinraumstrukturen kennen,
  • deren Ergebnisse weiterverwenden, bewerten und vergleichen,
  • Möglichkeiten und Grenzen der Verfahren

können.

 

Die theoretischen Grundlagen zu dieser Übungen finden Sie in den Kapiteln 1, 19 und 20.

Es wird vorausgesetzt, dass Sie die Übungen zur Visualisierung von Protein-3D-Strukturen bereits absolviert haben.
Übung HomMod_1
   
  Ein Kriterium für die Vergabe von Scores im Environment ist das Vorkommen der Aminosäuren in den Sekundärstrukturelementen. Ein sehr frühes Verfahren zur Vorhersage der 2D-Struktur war das von Chou und Fasman eingeführte.
 
Vergleichen Sie die Scores aus den Environment-Klassen mit denjenigen, die Chou und Fasman zur Vorhersage der Sekundärstruktur eingeführt haben.
 

Studieren Sie insbesondere die Scores von Phe, Glu und Lys in beiden Matrizen. 

Weshalb wurden diese Aminosäuren ausgewählt? Hängen die Scores eher von der 2D-Struktur oder dem Environment ab?

Worauf führen Sie die Scores für die genannten Aminosäuren in den Environment-Klassen zurück?

Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse mit den Aussagen zur Vorhersagegenauigkeit der Chou-Fasman-Methode. Diese wird allgemein mit 50-55% pro Residuum angegeben.

   
Übung HomMod_2, Homologiemodell für ein Barrel erstellen
   
  Hier folgt eine Sequenz, für die im Rahmen eines Genomprojektes ein TIM-Barrel-Fold vorhergesagt wurde. Zu dieser Sequenz haben wir bereits in Übung 2D_PROT_3 die Sekundärstruktur vorhersagen lassen.

Nun wollen wir per Homologiemodellierung eine 3D-Struktur generieren.

 
>putative_tim_barrel
maatktfgvd aikeaiscgi taigenrvqe lmekyphlkg qvdfhfighl qtnkvkyiid
kvklvhsldr eklaeeidkr akqkgiimdc lievnigged tkfgispeem hnlvkkleky
dnikikglmt iapylppeev rpyfkrmrel fedlkrinqr nveaqylsmg msndywvave
eganivrigt aifgerr
 
 
Lassen Sie sich ein Homologiemodell berechnen.
 
Alternative
Ansätze

Ziehen Sie für die Berechnung die folgenden Server in Betracht:

  Die Ergebnisse werden häufig per Mail zugeschickt. Je nach Auslastung der Server müssen Sie möglicherweise länger auf die Vorhersagen warten.
 

 

Hinweise

Lassen Sie sich mehrere Modelle generieren und analysieren und vergleichen Sie diese unter Verwendung des Swiss-PdbViewers.

Betrachten Sie die vorhergesagten Strukturen. Beantworten Sie bitte die folgenden Fragen:

Können Sie ein (beta/alpha)8-Fass erkennen?

Sind die Modelle alle vollständig?

Superpositionieren Sie einige Modelle, um Unterschiede der Ansätze herauszuarbeiten.

Häufig liefern die Server neben der Struktur weitere Ausgaben. Interpretieren Sie diese. 

     
Übung HomMod_3, Homologiemodell für DinG erstellen
     
Motivation Das Protein DinG von Escherichia coli ist eine putative ATP-abhängige DNA-Helicase.
Ihre Struktur ist nicht bekannt. Benutzen Sie obige Server zur Strukturvorhersage und vergleichen Sie die Ergebnisse.
 
>dinG_Ecoli
MVSTANVALQDQIYSKDLPLLKKIIPDLKFTAAFGRGRYVCPRNLTALASTEPTQQDLLAFLDDELTPNN
QEEQKRCAKLKGDLDTYKWDGLRDHTDIAIDDDLWRRLSTDKASCLNRNCYYYRECPFFVARREIQEAEV
VVANHALVMAAMESEAVLPDPKNLLLVLDEGHHLPDVARDALEMSAEITAPWYRLQLDLFTKLVATCMEQ
FRPKTIPPLAIPERLNAHCEELYELIASLNNILNLYMPAGQEAEHRFAMGELPDEVLEICQRLAKLTEML
RGLAELFLNDLSEKTGSHDIVRLHRLILQMNRALGMFEAQSKLWRLASLAQSSGAPVTKWATREEREGQL
HLWFHCVGIRVSDQLERLLWRSIPHIIVTSATLRSLNSFSRLQEMSGLKEKAGDRFVALDSPFNHCEQGK
IVIPRMRVEPSIDHEEQHIAEMAAFFRKQVESKKHLGMLVLFASGRAMQRFLDYVTDLRLMLLVQGDQPR
YRLVELHRKRVANGERSVLVGLQSFAEGLDLKGDLLSQVHIHKIAFPPIDSPVVITEGEWLKSLNRYPFE
VQSLPSASFNLIQQVGRLIRSHGCWGEVVIYDKRLLTKNYGKRLLDALPVFPIEQPEVPEGIVKKKEKTK
SPRRRRR

     

Was Sie jetzt verstanden haben sollten

Es gibt eine Vielzahl von Verfahren, mit denen Homologiemodelle berechnet werden können. Voraussetzung für die Anwendung dieser Methode ist die Existenz einer homologen Struktur. Ab initio-Verfahren kommen ohne diese Voraussetzung aus. Allerdings verwendet z. B. Rosetta/Robetta zur Konstruktion der de novo Struktur Fragmente, die aus existierenden Proteinen abgeleitet werden.