Warum ist dieses Wissen wichtig? Die folgenden Übungen führen in die 3D-Struktur von Proteinen ein und vertiefen weiter den Umgang mit Jmol.
Bezug Diese Übungen ergänzen das Kapitel 1 "Biologische Grundlagen".  

Lernziel

Nach dem Bearbeiten der Übung sollten Sie Ihr Verständnis der
  • Darstellungsarten von Atomen und Residuen,
  • Sekundärstrukturelemente von Proteinen

gefestigt haben.

 
 
Übung 3D_PROT_1
Ein zentrales Dogma des Sequenzvergleichs ist, dass bei hinreichender Sequenzähnlichkeit auf ähnliche Funktion geschlossen werden kann. Allerdings ist die Funktion weniger stark konserviert als die Struktur. In dieser Übung lernen Sie zwei Proteine kennen, die praktisch die gleiche Struktur, aber völlig unterschiedliche Funktionen besitzen. Die beiden Strukturen sind bereits optimal superpositioniert, so dass die mittlere Abweichung zwischen korrespondierenden Atomen minimal ist. 

Gleichzeitig beschäftigen Sie sich mit unterschiedlichen Darstellungsarten für Proteinstrukturen. Diese sind auf der Schaltfläche angegeben.

 

 

Wählen Sie zunächst das Protein A aus, indem Sie die Darstellung des Protein B abschalten. Vergleich Sie nun für Protein A die unterschiedlichen Darstellungsarten.
 
Lassen Sie sich anschließend das Proteinrückgrad beider Proteine darstellen. Sie sollten erkennen, dass der Verlauf der beiden Hauptketten sehr gut übereinstimmt.
 
 
  Darstellungsart
Backbone Ball & Stick Kalotten Cartoon Aus
                   
Protein A        
Protein B        

Hier finden Sie die PDB-Datei dieses Datensatzes.  

Er enthält die Koordinaten beider Strukturen.
Stellen Sie fest, welche Funktion die beiden Proteine besitzen.

Beachten Sie hierzu die Einträge hinter den Schlüsseln JRNL und REMARK.



Für die Überlassung der pdb-Datei danke ich Frau Prof. K. Kisker ganz herzlich.
 

Interaktive 3D-Darstellung

  In dieser Übung lernen Sie weitere Möglichkeiten kennen, die 3D-Darstellung von DNA und Proteinen nach Ihren Vorstellungen anzupassen. 
3D-Darstellung
aktivieren
Durch Aktivierung des folgenden Links wird die 3D-Darstellung eines DNA/Protein-Komplexes in einem separaten Fenster angestoßen. Arrangieren Sie die beiden Fenster so auf dem Bildschirm, dass Sie sowohl den folgenden Text, als auch die 3D-Darstellung gut überblicken können.

Bitte aktivieren Sie die 3D-Darstellung jetzt.

   
Übung 3D_PROT_2
   
PDB-File
interpretieren
Stellen Sie fest um welches Protein es sich hierbei handelt.
Hier finden Sie den PDB-File. Den Namen des Proteins finden Sie im Header.
Abstract lesen Hier finden Sie das Abstract (d. h. die Zusammenfassung) der Publikation, mit der diese Struktur veröffentlicht wurde.
  Der Datensatz enthält, wie Sie sicherlich erkennen, ein DNA-Fragment und ein daran gebundenes Protein. Studieren Sie zunächst die DNA genauer:
Protein ausblenden Schalten Sie zunächst die Darstellung des Proteins ab. Benutzen Sie die rechte Maustaste zum Aktivieren der Menüs und dann:

Select/Display Selected Only

Select/Nucleic/All

DNA untersuchen

Stellen Sie nun die Atome gemäß der CPK-Konventionen dar:

Color/Atoms/By Scheme/Element (CPK)

Studieren Sie nun den Verlauf der beiden DNA-Moleküle. Was fällt Ihnen auf? Beachten Sie zur Beantwortung den Inhalt oben angegebener Publikation.

  Nun wollen wir die Wirkung des Proteins genauer studieren, indem wir den Protein-DNA-Komplex genauer betrachten.
   
Protein zusätzlich visualisieren Lassen Sie nun zusätzlich das Protein in der Cartoondarstellung anzeigen. Gehen Sie wie folgt vor:

Deaktivieren Sie zunächst das exklusive Anzeigen der gewählten Strukturelemente 
Select/Display Selected Only

Wählen Sie nun das Protein aus:

Select/Protein/All

und lassen Sie es als als Cartoon darstellen:

Style/Structures/Cartoon

Im Datensatz sind Wassermoleküle vorhanden, deren Darstellung wir ausblenden wollen:

Select/Hetero/All Water
Select/Invert Selected
Select/Display Selected Only

Nun sind nur noch die DNA und das Protein zu sehen.

Sekundär-
strukturelemente
darstellen
Färben Sie die Sekundärstrukturelemente mit unterschiedlichen Farben ein durch:
Color/Structures/Cartoon/By Scheme/Secondary Structure
 

Untersuchen Sie nun das Ineinandergreifen der beiden Moleküle.

   
Oberfläche darstellen Mit den bisherigen Darstellungsarten ist es nicht möglich, abzuschätzen welches Volumen vom Protein tatsächlich eingenommen wird.
Um einen Eindruck von der Größe des Proteins zu erhalten, lassen wir uns die Oberfläche darstellen.

Bitte führen Sie aus:
/Select/None
/Select/Protein/All
/
Surfaces/van der Waals Surface
/Select/Display selected only

Betrachten Sie jetzt nochmals das Reaktionszentrum, um zu erkennen, wie tief die DNA in das Protein hineinragt.
   
Übung 3D_PROT_3
   
  Wir wollen nun den prinzipiellen Aufbau von Sekundärstrukturelementen genauer untersuchen.
Auf der Seite, auf der 10MH dargestellt wird, finden Sie zwei Tasten, mit denen Sie eine a-Helix und ein ß-Faltblatt darstellen können.

Benutzen Sie diese Tasten für die folgenden Übungen.
  Lagen Sie den Inhalt der Seite 10MH zunächst neu, um Jmol in den Anfangszustand zurückzusetzen.
α-Helix
darstellen
Untersuchen Sie den Aufbau der Helix.
 
  In rot sind in dieser Darstellung Wasserstoffbrücken zwischen Atomen der Hauptkette dargestellt.
Stimmt deren Lage mit Ihrer Erwartungen überein?
In welche Richtungen ragen die Seitenketten?
Vermessen Sie die Länge einer Wasserstoffbrückenbindung.

Stellen Sie bitte zunächst ein:
/Measurements/Distance Units Angstroms
/Measurements/Show Measurements
/Measurements/Click for distance measurements


und vermessen Sie dann einige Wasserstoffbrücken-Bindungen durch Anklicken der beteiligten Atome.
β-Sheets
darstellen
Untersuchen Sie den Aufbau zweier ß-Stränge.
 
  Klicken Sie nun auf die Taste "beta-Faltblatt"

Es werden zwei ß-Stränge dargestellt. Beantworten Sie die folgenden Fragen:

Verlaufen die Stränge parallel oder anti-parallel?

Wenn Sie den Mauszeiger über einem Hauptkettenatom ruhen lassen, wird Ihnen die Nummer des zugehörigen Residuums gezeigt. Durch Vergleich der Residuenpositionen am Anfang und Ende der Stränge können Sie die Orientierung ableiten.

Studieren Sie die Ausbildung der Wasserstoffbrücken-Bindungen, die wiederum in rot dargestellt sind.
Im Gegensatz zur Helix wechselwirken hier Atome nebeneinander liegender Sekundärstrukturelemente.
 
Übung 3D_PROT_4
   
  In dieser Übung lernen Sie die Skriptsprache von Jmol kennen.
Sie haben bisher schon Jmol-Skripte benutzt, da die Tasten, die sie bisher verwendet haben, mit solchen Skripten unterlegt sind.
  Eine ausführliche Beschreibung der Skriptsprache finden Sie hier.  
     
Jmol per Console steuern Laden Sie den Datensatz der 10MH-Seite neu und führen Sie aus:

/Console

Es öffnet sich ein Fenster, das mit Jmol Script Console überschrieben ist.
Übernehmen Sie mit copy&paste den folgenden Text in dieses Fenster und drücken Sie dann die zugehörige Execute Taste.
 
 
select none
select 114-122,164-173:A
color yellow
spacefill 0.2
wireframe on
display selected
set hbonds backbone
hbonds calculate
color hbonds red
select 117:A
center selected
 
   
Kalottenmodell
generieren
Das Ergebnis sollte das selbe sein, das Sie auch durch Drücken der beta-Faltblatt-Taste erzeugen.

Wie Sie obigen Befehlen entnehmen können, ist es möglich, die Darstellung der Strukturen wesentlich detaillierter anzupassen, als es die Befehle erlauben, die per Menü zur Verfügung stehen.
   
PDB-Datenbank Die Datensätze, die Koordinaten von einem Protein bzw. Proteinkomplex enthalten, werden in der PDB-Datenbank gesammelt.
Der (eindeutige) Schlüssel ist jeweils ein vierstelliger Bezeichner wir 10MH.
   

Was Sie jetzt verstanden haben sollten

In Proteinen kommen Sekundärstrukturelement vor, deren Abfolge charakteristisch für die jeweilige Topologie ist. Viewer wie Jmol erlauben es, die Struktur von Proteinen genau zu studieren.