Ernst und Sohn, Berlin Eiserne Eremitage - Bauen mit Eisen im Russland der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Cover Die Eremitage als Gegenstand interdisziplinärer, ingenieurmäßiger Bauforschung: Nie zuvor wurde eine.. Product #: 978-3-433-03156-8 Regular price: $92.52 $92.52 Auf Lager

Eiserne Eremitage - Bauen mit Eisen im Russland der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Fedorov, Sergej G. / Heres, Bernhard / Lorenz, Werner

Cover

1. Auflage Mai 2020
682 Seiten, Hardcover
1036 Abbildungen (1036 Farbabbildungen)
Handbuch/Nachschlagewerk

ISBN: 978-3-433-03156-8
Ernst und Sohn, Berlin

Kurzbeschreibung

Die Eremitage als Gegenstand interdisziplinärer, ingenieurmäßiger Bauforschung: Nie zuvor wurde eine historische Eisenkonstruktion derart untersucht, dokumentiert und interpretiert. Dem Leser erschließen sich neben den Konstruktionen selbst auch die Entwurfs- und Bauprozesse.

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Die vorliegende zweibändige Monographie eröffnet eine gänzlich neue Sichtweise auf einen Gebäudekomplex von Weltrang - die Bauten der ehemaligen Zarenresidenz in Sankt Petersburg, die heute umgangssprachlich unter dem Namen Eremitage zusammengefasst werden. Erstmals steht deren Konstruktion im Fokus. Ihr Gegenstand ist die kaum enden wollende Landschaft der eisernen Dach- und Deckentragwerke, die, verborgen hinter barocken und klassizistischen Fassaden, zwischen 1838 und 1852 eingebaut wurden und noch heute in vielen Bereichen erhalten sind.
Die Arbeit ist Ergebnis eines langjährigen, durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG finanzierten und maßgeblich durch die Staatliche Eremitage Sankt Petersburg geförderten Forschungsprojekts. Eindrucksvoll belegt sie die Qualität, die sich für die Bautechnikgeschichte durch interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit erreichen lässt und schlägt eine neue Brücke zwischen Bautechnik- und Architekturgeschichte.

Auch methodisch gehen die Verfasser in der Entwicklung einer ingenieurmäßig akzentuierten historischen Bauforschung neue Wege. Nie zuvor ist eine historische Eisenkonstruktion in derartiger Tiefe und Weite untersucht, dokumentiert und interpretiert worden. Das Ergebnis verändert unseren Blick auf die Frühgeschichte des Stahlbaus - im Verständnis der Entwurfs-, Konstruktions- und Bauprozesse eines derartigen Großprojekts, aber auch und vor allem hinsichtlich der Traditionslinien, die diesen Bau überhaupt erst ermöglichten: die zahlreichen, bislang nahezu unbekannten russischen Pionierleistungen für das Bauen mit Eisen bereits im 18. Jahrhundert.

Die Autoren erläutern sowohl die konkreten Fragestellungen des Projektes als auch die übergreifenden Zielsetzungen und die Untersuchungsmethodik einer Bauforschung mit ingenieurwissenschaftlichem Schwerpunkt, zu der neben Archivarbeit und In-situ-Untersuchungen eben auch z. B. statisch-konstruktive Analysen gehören. Vor dem Leser entfaltet sich das beeindruckende Panorama der Eisenerzeugung und des Bauens mit Eisen in Russland seit dem 18. Jahrhundert, das in Entwurf, Logistik und Bau der "Eisernen Eremitage" seinen Höhepunkt fand. In einem eigenen Tafelband werden aus der Fülle des Materials Archivalien und Visualisierungen mit Konstruktionsdetails der eisernen Decken- und Dachtragwerke präsentiert und kommentiert. Das Buch ist für Bauingenieure, Architekten, Technikwissenschaftler bis hin zu interessierten Laien eine Schatzkammer der Konstruktionsgeschichte.

Über die Reihe Edition Bautechnikgeschichte:
Mit erstaunlicher Dynamik hat sich die Bautechnikgeschichte in den vergangenen Jahrzehnten zu einer höchst lebendigen, international vernetzten und viel beachteten eigenständigen Disziplin entwickelt. Auch wenn die nationalen Forschungszugänge unterschiedliche Akzente setzen, eint sie doch das Bewusstsein, dass gerade die inhaltliche und methodische Vielfalt und das damit verbundene synthetische Potenzial die Stärke des neuen Forschungsfeldes ausmachen. Bautechnikgeschichte erschließt neue Formen des Verstehens von Bauen zwischen Ingenieurwesen und Architektur, zwischen Bau- und Kunst-, Technik- und Wissenschaftsgeschichte.
Mit der Edition Bautechnikgeschichte erhält die neue Disziplin erstmals einen Ort für die Publikation wichtiger Arbeiten auf angemessenem Niveau in hochwertiger Gestaltung. Die Bücher erscheinen in deutscher oder englischer Sprache. Beide Hauptrichtungen der Bautechnikgeschichte, der eher konstruktionsgeschichtlich und der eher theoriegeschichtlich geleitete Zugang, finden Berücksichtigung; das Spektrum der Bände reicht von Überblickswerken über Monographien zu Einzelaspekten oder -bauten bis hin zu Biographien bedeutender Ingenieurpersönlichkeiten. Ein international besetzter Wissenschaftlicher Beirat unterstützt die Herausgeber in der Umsetzung des Konzepts.

BAND 1
Vorwort und Dank
Der Winterpalast - ein architektonisches Ensemble als Laboratorium technischer Innovationen (von Valerij P. Lukin, Leitender Architekt der Staatlichen Eremitage Sankt Petersburg)
1 Einführung
1.1 Der Brand des Winterpalastes 1837
1.2 Forschungsstand und Forschungsziele
2 Wurzeln - Eisenerzeugung in Russland bis Mitte des 19. Jahrhunderts
2.1 Eisenhütten im Ural - Keimzellen des russischen Eisenbaus
2.2 Eisenwerke in und um Sankt Petersburg
3 Traditionslinien und Kontext - Bauens mit Eisen in Russland bis Mitte des 19. Jahrhunderts
3.1 Traditionslinien des Bauens mit Eisen in Russland bis Ende des 18. Jahrhunderts
3.2 Sankt Petersburg - Eiserne Stadt
4 Eiserne Eremitage - Bau- und Konstruktionsgeschichte
4.1 Einrichtung zweier Baukommissionen, Baufinanzierung
4.2 Eingehende konstruktive Vorschläge und deren Rezeption
4.3 Baustelle Winterpalast und Fertigung im Aleksandrovskij-Werk
4.4 Bau der Neuen Eremitage
4.5 Rekonstruktion und konstruktive Ertüchtigung der Kleinen und Alten Eremitage
5 Konstruktion als Produkt - Typologie und Tragverhalten der Eisentragwerke der Eremitage
5.1 Allgemeine Charakteristika
5.2 Dachtragwerke
5.3 Deckentragwerke
6 Konstruktion als Prozess - Wie sind die Eisentragwerke entwickelt worden?
6.1 Abläufe - Von der Planung bis zur Montage
6.2 Der "klassische" Planungsprozess - Strukturfindung, Detaillierung, Legitimation
6.3 Updates und Upgrades - Korrektive aus örtlichen Versagensfällen und Einstürzen
6.4 Bottom-Up-Impulse - die Baustelle als Innovationspool
7 Die Eiserne Eremitage und Europa - Auf der Suche nach einer neuen Konstruktionssprache
7.1 Architekten, Ingenieure, Werksleiter - Würdigung der Akteure
7.2 Auf dem Weg zur Konstruktionssprache des Stahlbaus - Was kennzeichnet die Tragwerke der Eisernen Eremitage?
7.3 Bedeutung in der Geschichte des Stahlbaus - Rezeption, konstruktive Qualität und Wirkungsmacht
ANHANG
Ausgewählte Texte und Dokumente
Der Brand des Winterpalastes: Zeitgenössische Periodika, diplomatische Berichte und Memoiren
Wiederaufbau: Briefwechsel, eingereichte Vorschläge und Bauberichte
Bauorganisation: Gesetze, Verordnungen, Personalia
Verzeichnisse und Übersichten, Liste der Archivalien
Personenregister
Literatur
Abbildungsnachweise

BAND 2: TAFELN
1 Graphische Quellen zu den Eisentragwerken der Eremitage-Bauten (Tafeln 1-39)
Einführung
Winterpalast 1838-1842
Neue Eremitage 1839-1852
Kleine und Alte Eremitage 1842-1852
2 Graphische Quellen zu zeitgenössischen russischen Eisenbauten (Tafeln 40-59)
Einführung
Bauten mit Eisen 1800-1850, St. Petersburg und Russland
3 Dokumentation der Eisentragwerke der Eremitage-Bauten von 1838 bis 1852 (Tafeln 60-113)
Einführung
Dachtragwerke - Unterspannte Sparren, Sparrenbinder
Deckentragwerke - Blechträger, Spreizträger
Tragwerke mit besonderer Funktion
4 Ausgewählte Visualisierungen der Eisentragwerke (Tafeln 114-127)
Einführung
Konstruktionsdetails - Typologien und Entwicklungen
Montagefolgen - Südostpavillon der Neuen Eremitage
Bauphasen - Petersaal, Georgsaal
Dach- und Deckentragwerk - Georgsaal
5 Verzeichnis der Archive und Bestände
Reihenherausgeber:
Karl-Eugen Kurrer wurde 1952 in Heilbronn geboren. Nach dem Studium des Bauingenieurwesens an der Hochschule für Technik (HfT) Stuttgart arbeitete er zunächst im Ingenieurholzbau in Heilbronn. Danach studierte er an der TU Berlin Bauingenieurwesen, Technikgeschichte und Physikalische Ingenieurwissenschaften. Im Jahr 1981 schloss er seine Diplomarbeit über die Entwicklung der Gewölbetheorie vom 18. Jahrhundert bis 1980 ab und 1986 folgte die Promotion an der TU Berlin. Zwischen 1989 und 1995 arbeitete Dr.-Ing. Kurrer als Entwicklungsingenieur für Antennensysteme bei Telefunken Sendertechnik GmbH in Berlin. Seit 1996 leitet Dr. Kurrer den Arbeitskreis Technikgeschichte beim VDI (Verein Deutscher Ingenieure) in Berlin. Von 1996 bis Februar 2018 war er Chefredakteur von Stahlbau und (ab 2008) von Steel Construction - Design and Research, Zeitschriften des Verlages Ernst & Sohn. Seit mehr als 35 Jahren beschäftigt sich Dr. Kurrer mit Bautechnikgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Baustatik und Strukturmechanik. Er hat mehr als 180 Artikel und mehrere Monographien veröffentlicht.

Werner Lorenz, geboren 1953 in Osnabrück, ging 1980 nach dem Studium des Bauingenieurwesens an der TU Berlin zunächst "in die Lehre" in ein Berliner Ingenieurbüro, bevor er 1984 an seine Hochschule zurückkehrte und dort u. a. erste Seminare zur Bautechnikgeschichte leitete. 1988 war er Gastprofessor an der École Nationale des Ponts et Chaussées in Paris, 1992 wurde er mit einer Arbeit über die Frühzeit des Bauens mit Eisen in Berlin und Potsdam promoviert. Im Jahr darauf nahm er den Ruf auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte der BTU Cottbus an, wo er für Studenten des Bauingenieurwesens und der Architektur ein System von konsekutiven Kursen in Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung aufbauen konnte. 1996 gründete er ein Planungsbüro in Berlin, das sich auf die Erhaltung und Ertüchtigung historischer Tragwerke und Denkmale spezialisiert hat. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der industriell geprägten Bautechnikgeschichte des 18., 19. und 20. Jahrhunderts. Er ist Mitglied zahlreicher Fachbeiräte und internationaler wissenschaftlicher Komitees sowie Gründungsmitglied und erster Vorsitzender (2013-2017) der Gesellschaft für Bautechnikgeschichte.

S. G. Fedorov, Karlsruhe; B. Heres, Berlin